BRed-Blog

BRed-bLoGt – einfach hanseatisch gut

 

#LinkedWasteWalk – Netzwerkinitiative für eine saubere Umwelt

Prolog

Ich wuchs mit dem Bewusstsein auf, dem verheerenden Elbehochwasser 1962 nur mit Glück entronnen zu sein. Mein Glück bestand darin, dass meine Familie in Altona lebte und nicht auf der Elbinsel Wilhelmsburg. Von Altona aus betrachtet liegt die Elbe in einer Art Tal. Jedenfalls tiefer als unser Wohnhaus. Während auf der anderen Seite die Menschen ertranken, schliefen wir ruhig in unseren Betten.

Später war ich auf dem Elberadweg unterwegs von der Quelle bis zur Mündung. Das hat meinen Blick in den Fluss verändert. Sehe ich heute in den Strom, denke ich:

„Ich weiß, wo du herkommst.“

Ich weiß auch, wo die Elbe hingeht: in die Nordsee. Auf ihrem Weg nimmt sie enorme Mengen Ballast mit. Sand zum Beispiel aus dem Elbe-Sandsteingebirge und jeden Müll, der schwimmt. Und dann kommt Corona und mit Corona kommen die Masken.

Auftakt

Eine Texterin sieht rot

Ich kann nicht mehr sehenden Auges 👀 daran vorbeigehen und nichts tun.

 

Hamburg-Wapper

Hamburg liegt wie jeder weiß an der wunderschönen

Elbe

Elbe

Kugelbake Cuxhaven

Die Elbe endet bei Cuxhaven in der Nordsee und das Plastik im Fisch.

Medizinische Masken zum Beispiel

Das zum Beispiel

Darum sammle ich die Masken jetzt auf!

Darum mache ich jetzt das!

Mach doch auch mit!

Mach doch auch mit!

Original-Beitrag | Dezember 2020

Hebst du 10 Euro auf, wenn sie auf der Straße liegen?

10 Euro auf der Erde

Bückst du dich nach dem?

Vermutlich haben die meisten jetzt gedacht: „Na klar!“

Dann frage ich mich, warum so viele alles andere liegen lassen, das sie verlieren??? Dass die Maske so billig gewesen ist und es sich darum nicht lohnt, sich dafür zu bücken, ist zu kurz gedacht:

Gesammelte medizinische Masken

Warum nicht auch nach denen?

Heute auf der Straße, morgen im Fluss, übermorgen im Meer – und dann auf deinem Teller! - Guten Appetitt 🐟

Wenn wir unseren LEBENsraum zerstören, hilft uns die Spitzenposition in der Nahrungskette gar nichts mehr.

Darum: Wenn du heute in die Natur oder nur auf die Straße gehst, nimm Einmal-Handschuhe und eine Mülltüte mit.

Wenn ich das kann, kannst du es auch!

Original-Beitrag | Februar 2021

Den Boden bereiten

Vorbilder aus der Vergangenheit

Klima ist ein Staffellauf der Generationen

Klima ist ein Staffellauf der Generationen

Sprint, Marathon oder wie geht Klima?

Der Weg vor mir liegt im Dunkeln. Schwer wiegt die Tasche an meinem Arm. Der Inhalt der anderen scheppert laut vernehmlich durch die Nacht. Mein Rücken kracht. Der Weg wird immer länger. Ich entsorge Abfall.

Neu. Anders: getrennt!

Damals

Als ich begann, mich um die Umwelt zu sorgen, lagen die ersten Auseinandersetzungen zwischen Umweltschützern und Politik schon hinter uns. Die Atomkraft haben wir dennoch bekommen. Besser sahen die Ergebnisse beim Wasser aus. Wo in der Vergangenheit Waschpulver für schäumende Flüsse gesorgt hatte, kehrten jetzt die Fische zurück.

Im Rückblick auf knapp 40 Jahre Umweltschutz geht dieser mitunter merkwürdige Wege. Wusstest du, dass es dem US-amerikanischen Schauspieler und Präsidenten (1981 bis 1989) Ronald Reagan zu verdanken ist, dass uns das Ozonloch nicht weiter bedroht?

Beim sogenannten Ozonloch handelt es sich laut Wikipedia um eine Ausdünnung der Atmosphäre, die seinerzeit über dem Südpol der Erde feststellbar war. Infolge des dünner werdenden Schutzschirmes dringt mehr UV-Licht auf die Erde in einer Stärke, die Krebs auslösen kann. Neben anderen Gasen galten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) als Verursacher.

FCKW war als Treibmitteln in Spraydosen enthalten. Weit mehr FCKW steckte in Kühlschränken oder wurde in Isolierschäumen eingesetzt. Das besorgte die Wissenschaftler:innen, denn dass FCKW massiv den natürlichen Schutzschirm der Erde abbaut, galt in wissenschaftlichen Kreisen seit 1974 als gesichert. Ein sofortiger Stopp musste her. Das Problem: Wie die Forderungen gegenüber einer milliardenschweren Industrie durchsetzen? Kommt dir das bekannt vor?

Das Montreal-Protokoll

Wie viele andere amerikanische Schauspieler der 1950er-Jahre war Ronald Reagan vor allem aus Cowboy-Filmen bekannt. Die Wüste war eine der beliebten Kulissen. Bis heute hält sich das Gerücht hartnäckig, dass auch der Krebs, an dem John Wayne zuletzt verstarb, auf den langen Aufenthalt in der Wüstensonne zurückzuführen sei. Für den damaligen (1967 bis 1975) kalifornischen Gouverneur Reagan keine akute Gefahr. Ihn trieb die Angst, sich auf seiner weitläufigen Ranch nicht mehr im Freien bewegen zu können. Auf seiner Nase hatte sich bereits Hautkrebs gebildet.

Zweiflern begegnete Reagan der Anekdote zufolge salopp mit: „Was, wenn es wahr ist?“ und empfahl, die globale Reduzierung von FCKW zumindest zu verhandeln. Diese Verhandlungen mündeten 1987 ein in das von mehr als 30 Staaten unterzeichnete Montreal-Protokoll und der Verpflichtung

„geeignete Maßnahmen zu treffen, um die menschliche Gesundheit und die Umwelt vor schädlichen Auswirkungen zu schützen, die durch menschliche Tätigkeiten, welche die Ozonschicht verändern, wahrscheinlich verändern, verursacht werden oder wahrscheinlich verursacht werden.“

Das Montreal-Protokoll geht als erstes Abkommen zur Reduktion von Umweltverschmutzung in die Geschichte ein. FCKW-Verbote folgten. Seitdem kannst du problemlos einen nicht-klimaschädlichen Kühlschrank erwerben und Spraydosen nutzen ohne Reue.

Heute

Die Organisation Stop Ecocide fordert nun, dass Verbrechen wider die Natur zum Straftatbestand wird. Gerichtsstand: der Internationale Gerichtshof in Den Haag. Das erscheint mir richtig, denn die intrinsische Motivation ist einer der stärksten Treiber, den wir kennen. Die Industrie wird diese intrinsische Motivation vermutlich nicht entwickeln, wenn das zu Einkommensverlusten führt und/oder der Konkurrent seine umweltschädigenden Verfahren weiter betreibt. Als Verbraucher:in liegt die Macht jedoch in deinen Händen: Kaufe woanders. Bemühe dich wenigstens, zu erfahren, wie das Unternehmen produziert und setze deine Stimme als Kunde/Kundin ein, um Forderungen zu formulieren.

Reagans Motiv war intrinsischer Natur. Diese Motivation verspüre ich in Sachen Umwelt seit mehr als 40 Jahren. Hat es geholfen? Angesichts der wechselnden Ereignisse aus Hitzesommern und Starkregen in immer kürzeren Abständen scheint der Erfolg marginal. Dabei ist er größer, als es auf den ersten Blick scheint: Dem sauren Regen, der unsere Wälder bedrohte, sind wir mit Abgas-Katalysatoren zu Leibe gerückt. Dünnsäure verklappen wir nicht mehr in den Meeren und zumindest in Europa sind die Flüsse keine Abwasserrinne der Industrie mehr. Altglas und Papier entsorgt heutzutage jede:r im eigenen Haus. Kein Vergleich zu den nächtlichen Wanderungen, die ich unternahm.

Es ist weder Sprint noch Marathon. Es ist ein Staffellauf!

Eine Generation kann den Klimawandel in die richtige Richtung kaum bewerkstelligen. Wir können aber heute anfangen und mit jedem Schritt mehr an Boden gewinnen: Weniger Flüge, mal das Auto stehen lassen, Gemüse schmeckt gut und ist gesund. Greife den Staffelstab auf und reiche ihn weiter. Meinen Abfall zu trennen und mühselig zu sammeln und zu entsorgen war der Moment, an dem ich den Stab übernahm. Mein Kind trägt ihn jetzt weiter. Du kannst es auch.

Mehr Infos zum Ökozid und der Forderung von Stop Ecocide: https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/23180-rtkl-umweltzerstoerung-oekozid-als-straftat-sind-wir-alle?

Über Ronald Reagan und das Montreal-Protokoll: https://www.prisma.de/news/Mission-Ozonloch-Ronald-Reagan-und-sein-Kampf-gegen-das-Treibgas-FCKW,19391523

Original-Beitrag | Juli 20021

Du bist die Macht!

Konrad Adenauer war Bundeskanzler, als ich das Licht der Welt erblickte 😱.

Seitdem hat keine Bundesregierung in den Augen ihrer Bürger zufriedenstellend gearbeitet und die Kritik war oft berechtigt.

Wie konnte es da passieren, dass wir ausschließlich und allein von der Regierung Lösungen für unsere Probleme erwarten? Jetzt schon wieder: Nun muss die Regierung aber mal Klimaschutzmaßnahmen einleiten.

❓ Muss sie das? Was ist mit unserer eigenen Verantwortung?

❗ Wir alle können die Welt aus den Angeln heben. Jeder für sich und alle gemeinsam.

Wie wäre es zum Beispiel, wenn du weniger im Internet zu bestellst? Die 2 Euro, die der Preis im Internet niedriger sein kann, ist keine Ersparnis, wenn du bedenkst, wie hoch die Belastung für das Klima ist:

  1. Bei der Herstellung: Nicht alle Länder legen Wert auf Umweltstandards.
  2. Beim Transport: Was in China/Indien oder auf anderen weit entfernten Kontinenten gefertigt wird, kommt per Container nach Europa auf Schiffen, die immer größer werden (und die Häfen an ihre Kapazitätsgrenzen bringen).
  3. Bei Retouren: Du weißt sicher von deinem uneingeschränkten Rückgaberecht bei Online-Bestellungen. Die wenigsten Online-Händler – allen voran der mit dem Lächeln auf dem Paket – bringen diese Waren wieder auf den Markt. Es ist ungenutzter Abfall.

Geht nicht? Doch! Du kannst sinnfreie Produkte durch dein Kaufverhalten sogar ganz vom Markt verschwinden lassen.

Dann fliegen bald wieder mehr Schmetterlinge durch die Luft statt Milliardäre ins All.

Was nimmst du auf dich für ein nachhaltiges Leben und die Enkelfähigkeit der Erde?

Original-Beitrag | August 2021

Genau so sieht es vor meiner Haustür aus! Original.

Werbefoto

So sieht es aus vor meiner Haustür

Na ja, fast. Natürlich sind unsere Straßen nicht rosa, sondern grau. Asphalt, Gehwegplatten, Kopfsteinpflaster. Das spielt später noch eine Rolle.

Es stehen auch keine rosa Hocker mit langen Troddeln am Rinnstein. Es sind Poller. Die sind aus Beton und auch grau.

Die adrett zurechtgemachte junge Frau hingegen ist authentisch. Genau wie der Dreck, in dem sie da hockt. Ich weiß leider nicht, ob sich jede:r die Fußnägel in der Flaschenfarbe des Lieblingsgetränks lackiert. 🙄

Mit diesem Foto wirbt ein Bringdienst für Alkoholnachschub. Schnell. 10 Minuten. Mir scheint, ich erkenne das Sortiment im Bild.

Was das Bild NICHT zeigt, findet wenige Stunden später statt:

Gläser und Flaschen haben sich stark vermehrt. Mit Chance ist ein:e Flaschensammler:in vorbeigekommen und hat das Pfand gerettet. Gläser, Wein- oder Sektbuddeln haben es hinter sich. Auf die wartet kein 2. Leben im Recyclingcontainer. Genau wie die Limetten, die in den Ritzen des Kopfsteinpflasters festklemmen und jedem Besen trotzen.

Nicht jede:r übersteht einen solchen Abend schadlos. Schon manche:r stellte fest, dass das Essen vom Takeaway nach 10 Bier oder 1 Flasche Gin wohl doch nicht gut war. Wenn ich Glück habe, kommt es bitte schon vor meinem Hauseingang heraus, besser weit dahinter. Auf die Idee, den Rinnstein zu benutzen, kommt kaum jemand. 🙄

Morgens liegt ein eklig süßlicher Geruch in der Luft und während du noch im Brausebrand im Bett liegst und kein Licht verträgst, will ich Brötchen holen. Schönen Sonntag auch.

Leute – da, wo ihr cornern geht, wohnt jemand. Niemand hat euch zur Party eingeladen. Kommt gern trotzdem.

Nimm deinen Müll mit

Nimm deinen Müll mit. Überall.

ABER RÄUMT EUREN MÜLL WEG! 🤮

#nosorry. Das musste raus.

Original-Beitrag | August 2021

weiter