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Das Keyword ist tot! Hoch lebe das Keyword!

Symbolbild Keyword: ein Schl&uessel und das Wort Word

SEO ist das ungeliebte Kind der Webgestaltung. So empfinden es zumindest viele Webseitenbetreiber. Und das aus gutem Grund: War in der Vergangenheit die Rede von SEO, ging es meist um das Keyword. Seit Google Sprache inhaltlich versteht, hat die Keyword-Phrase dem Keyword den Rang abgelaufen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt arbeiten alle Webseiten nur noch aus einer Nische heraus. Nische klingt eng, oder? Unternehmen wollen sich entfalten! Schwierig in einer Nische.

Warum das Keyword sterben musste

Weil das Keyword zu Beginn des Internets tatsächlich als wichtiger Hinweis galt, existiert es sogar als Meta-Tag im Header von Webseiten. Dort, wo kein Mensch liest, sondern nur noch Crawler. Das führte in meiner Texterkarriere zu solchen Aufträgen:

Kunde: Schreiben Sie einen SEO-Text im Umfang von 400 Wörtern über Waschmaschinen. Gefordertes Keyword „Waschmaschine“, Anzahl 40 Mal.
BRed: Welches Thema lege ich dem Text zugrunde?
Kunde: Egal. Ist nur für Google.

Das hat weder Spaß gemacht zu schreiben, noch fühlte sich auch nur ein Mensch jemals davon angesprochen. Aber es lieferte wichtige Hinweise in Richtung Suchmaschine. Doch die hat sich entwickelt.

Nie wieder Keywords suchen

Heute interpretiert Google viel mehr und andere Indizien, um Relevanz festzustellen. Die Seite, die einen Begriff möglichst oft erwähnt, ist tendenziell irrelevant, sondern wahrscheinlich Keyword-Stuffing, also Spam. Google Anspruch ist es jedoch, dem Nutzer nur relevanteste Seiten zu seiner Suchanfrage auszuliefern. Solange Begriffe rund ums Thema im Seiteninhalt erscheinen, gilt dies als tendenziell relevant. Wenn Seitenbesucher lange auf der Website bleiben ohne Rückkehr zu den Suchergebnissen, kann das als Beweis von Relevanz gelten. Verfügt der Autor über einen ordentlichen Wortschatz, tauchen Keyword und die Keyword-Phrase vermutlich oft genug im Text auf.

Renaissance des Keywords

Jetzt ist die Zeit der Renaissance für das Keyword. Es darf zurückkehren zu seiner eigentlichen Funktion: Auskunft geben über das, was der Text inhaltlich behandelt. Das geschieht im Metatag <meta Name="Keyword" Content:"">, den Google bei der Bewertung der Website unberücksichtigt lässt.

Das „neue“ Keyword sinnvoll nutzen

Für praktisch alle Webseiten ist das neue Keyword nutzlos. Um gefunden zu werden, zieht Google andere textuelle Inhalte heran. Es ist allerdings ausgesprochen hilfreich beim Verschlagworten umfang- und zahlreicher Text-Dateien. Dieser Keywords bedient sich unter anderem die Volltextsuche. Glossare, Lexika oder umfangreiche Blogs können von Keywords profitieren, allerdings neu und anders. Im Text zählen sie nicht mehr zu den Leistungsanforderungen, sondern sind sogar potenziell gefährlich: Google straft Keyword-Stuffing ab!

Warum Keywords trotzdem wirken

Bevor du Keywords suchst oder darauf verzichtest, frage dich, auf welche Suchanfrage deine Website die besten Antworten liefert. Die Suchmaschine sucht nach den besten Inhalten, die zur Suchanfrage passen. Dabei ist es von Vorteil, sich ein Bild zu verschaffen von der Such-Intention der Nutzer. Diese liest Google aus den eingegebenen Begriffen ab, den Keywords. Die wichtigsten Beweggründe, etwas im Internet zu suchen, unterscheidet Google in diese Kategorien:

  • Know Suchen, bei denen Nutzerinnen und Nutzer mehr etwas über ein Thema erfahren möchten.
  • Do Suchen, wenn die Nutzerin oder der Nutzer ein Ziel erreichen oder eine Aktivität ausführen möchte, z. B. einen Newsletter abonnieren.
  • Visit-in-person Suchen, verfolgen das Ziel, offline vom aktuellen Standort zu einem bestimmten Ziel zu gelangen.

Daneben suchen User gezielt nach Webseiten und manchmal ist die Such-Intention nicht klar auszumachen. Fachmenschen sprechen dann von Multiple Intent.

Keyword ganz vorn

Google scheint von der Annahme auszugehen, dass das Wichtige zuerst genannt wird. Auf jeden Fall muss es in Überschriften erscheinen. Im Flie├čtext erscheint es auch. Das mag sehr technisch klingen, bewegt sich allerdings entlang aller anderen Erfahrungen im Bereich der menschlichen Wahrnehmung:

• Ein Video muss dich in den ersten Sekunden in den Bann ziehen, sonst steigst du aus.
• Eine Zeitschrift kaufst du eher wegen der Überschrift und nicht wegen des Artikels auf Seite 29/36.
• Ein Buch muss mit seinem Titel überzeugen.

In diesem Sinne: Wähle deine Keywords weise!